Ihm wird vorgeworfen, durch das sammeln von Gelder für die L _ _ E, eine Straftat begangen zu haben.
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Grüße an alle,
(Verehrung für die Helden, die ihr Leben für das Wohl der Tamilen geopfert haben, Grüße an alle Anwesenden…).
Mein Name ist Pathmanathan Thambithurai und ich bin ein Eelam-Tamil. Ich lebe derzeit in Nordrhein-Westfalen, wo ich die meiste Zeit meines Aufenthalts in Deutschland verbracht habe. Ich bin als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Seit 1994 habe ich in einer Fleischfabrik und mehreren Restaurants gearbeitet und aktuell bin ich in einem Lagerhaus tätig. Meine Frau und ich haben zwei Kinder, eines im Alter von 13 Jahren und eines im Alter von 18 Monaten.
Mit dieser Erklärung reagiere ich auf die gegen mich erhobenen Vorwürfe, ich hätte zwischen 2007 und 2009 eine Straftat begangen, indem ich Gelder für die L _ _ E gesammelt habe.
Auch noch dreizehn Jahre nach dem Genozid von Mullivaikkal, bei dem Zehntausende von Eelam-Tamilen getötet wurden, laufen immer noch solche Prozesse gegen andere und auch gegen mich.
Die tamilische Diaspora musste nicht nur aus der Ferne mit ansehen, wie zehntausende ihrer Mitmenschen von der sri-lankischen Armee abgeschlachtet wurden, sondern sie musste sich nun auch noch in Deutschland vor Gericht verantworten, weil sie helfen wollten.
Wie viele Häuser von Eelam-Tamilen hier in Deutschland wurde auch mein Haus 2016 von Polizisten durchsucht, und man behandelte mich wie einen Verbrecher. 6 Jahre später stehe ich vor Gericht.
Vor mir mussten sich schon viele Eelam-Tamilen in Deutschland vor Gericht verantworten, viele wurden verurteilt, einige mussten ins Gefängnis.
Viele haben zugegeben, Straftaten begangen zu haben und Geldstrafen für ähnliche Anklagen wie die gegen mich gezahlt.
Ich glaube nicht, dass einer dieser Menschen wegen einer Straftat hätte angeklagt werden dürfen.
Mir wurde von der deutschen Staatsanwaltschaft angeboten, eine Geldstrafe zu zahlen, um das Verfahren zu beenden. Damit hätte ich aber zugeben müssen, dass ich eine Straftat begangen hätte. Es stimmt, dass die Geldstrafe nicht so hoch war, und es stimmt, dass ich sie hätte zahlen können. Mir wurde gesagt, wenn ich die Geldstrafe nicht bezahle und mich vor Gericht verantworten muss, wird mein Leben schwieriger und ich könnte eine viel härtere Strafe bekommen. Ich wusste, dass es für mich einfacher sein würde, wenn ich die Geldstrafe bezahle, dass ich dann nicht mehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit stünde und mein Leben weiterführen könnte.
Aber ich habe dies abgelehnt, weil ich diesen Prozess nicht als Bagatelle abtun will.
Es ist wahr, dass ich Geldspenden für die Selbstverteidigung des tamilischen Volkes gesammelt habe. Ich tat dies, um meine Familie und mein Volk vor dem singhalesisch-buddhistischen Vormachtstaat zu schützen und um die Freiheit für das Volk von Tamil Eelam zu erlangen, damit es in Frieden leben kann. Alle Menschen, die mir Geld gegeben haben, haben freiwillig für dieselbe Sache gespendet. Indem ich Spenden sammelte, habe ich nicht gegen Deutschland gehandelt oder die Sicherheit eines anderen Landes gefährdet.
Ich war Deutschland sehr dankbar, dass es mir Zuflucht gewährte und mich bis heute am Leben erhält, indem es mir alle Rechte garantiert. Ich werde dieses Land immer als eine zweite Mutter lieben, die mich adoptiert hat. Aber es ist ebenso die Pflicht dieses Sohnes, meinem Heimatland und meinen Volk zu helfen, wenn sie ums Überleben kämpfen. Durch den Krieg und die Unterdrückung hat es viele Menschen gegeben, die ihr Leben verloren haben, die verletzt wurden, die gehungert haben. Es hat so viele Waisenkinder gegeben, so viel Zerstörung, keine zivile Infrastruktur mehr. Die Eelam Tamilen waren ganz auf sich allein gestellt, weil die sri-lankische Regierung ein Embargo verhängt hat, und alle Hilfsorganisationen des Landes verwies. Ich habe mich in der Pflicht gesehen, meinem Volk zu helfen, weil es niemand anderes tat. Für diese Aufgabe habe ich Geld gesammelt.
Ich habe den Widerstand des tamilischen Volkes unterstützt, weil sie die einzigen waren, die für die Befreiung der Tamilen kämpften und dafür die massenhafte Unterstützung der Eelam-Tamilen hatte.
Ich gebe zwar zu, dass ich Geld für gesammelt habe, aber ich kann nicht akzeptieren, dass das ein Verbrechen sein soll. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich nicht einfach akzeptieren kann, dass das, was ich getan habe, ein Verbrechen war – damit würde ich alles, wofür ich in meinem Leben bisher gearbeitet habe, verleugnen. Ich glaube, dass der Kampf gegen diese Anklage wichtig für die Anerkennung der Rechte und die Würde der Eelam-Tamilen ist.
Dieser Fall und meine Bestrafung stehen im untrennbaren Zusammenhang mit dem Genozid in Mullivaikkal, wo Hunderttausende von Eelam-Tamilen von der srilankischen Regierung dazu angewiesen wurden, sich in sogenannte “Waffenstillstandzonen” zu begeben. Nur um dann über Land-, Wasser- und Luftwege bombardiert zu werden. Zehntausende wurden getötet, während internationale Mächte ihre stillschweigende Zustimmung gaben.
Die Dämonisierung und Kriminalisierung der
L _ _ E auf internationaler Ebene ermöglichte erst den Beginn und die Fortsetzung dieser Tötungen. Die Dämonisierung und Kriminalisierung gab der Regierung Sri Lankas grünes Licht für den Beginn ihres Krieges gegen die Eelam-Tamilen im Jahr 2006 und zerstörte damit den Frieden.
Die Dämonisierung und Kriminalisierung im Jahr 2006 war ein massiver Eingriff in den Friedensprozess und raubte jede Hoffnung auf Frieden und Selbstbestimmung. Dass die L _ _ E dämonisiert wurde, um den aggressiven Krieg der srilankischen Regierung zu legitimieren, aber der Krieg der srilankischen Regierung als legitim angesehen wurde, ist sehr zynisch. Bis heute rechtfertigt diese Dämonisierung schwere Übergriffe der Regierung gegen die Eelam-Tamilen.
Die Kriminalisierung nur gegen eine der Verhandlungsseiten während des Friedensprozesses war ein Eingriff in die Grundrechte der Eelam-Tamilen, eine Verweigerung ihres Widerstands gegen die Unterdrückung, ihrer Existenz als Gruppe – Rechte, von denen ich hoffte, dass der deutsche Staat sie schützen würde.
Diese Frage der Kriminalisierung ist nicht nur für die Eelam-Tamilen wichtig, sondern für alle unterdrückten Gruppen auf der ganzen Welt, die gegen rassistische Regime kämpfen, und für die Frage, ob Deutschland und die EU verpflichtet sind, einen gerechten Frieden zu unterstützen, und ob diese Prinzipien über ihren Beziehungen zu anderen ausländischen Mächten stehen sollten.
Aus diesen und anderen Gründen halte ich diese Kriminalisierung für zutiefst falsch, und ich muss mich dagegen wehren.
Ich wurde in Jaffna im tamilischen Heimatland geboren… Mein frühes Leben als Kind in meinem Heimatdorf bestand aus Besuchen bei Verwandten, dem Besuch des Tempels und der Schule. Die wirtschaftliche Situation war für mich in Ordnung, denn mein Vater war Bauunternehmer und hatte ein erfolgreiches Geschäft.
Als ich aufgewachsen bin, haben viele Menschen, darunter auch mein Vater, über den vom singhalesischen Staat begangenen Völkermord diskutiert und sich Sorgen gemacht. Ich erinnere mich an Diskussionen über die Angriffe der Singhalesen auf die muslimische (tamilischsprachige) Kundgebung 1921, das Massaker der sri-lankischen Regierung an den Tamilen in Inginiyagala 1956, die Angriffe von 1977 und das Massaker auf der Forschungskonferenz in Jaffna. Diese Angriffe wurden mit Unterstützung der Regierung verübt und die Täter blieben immer straffrei. Viele Tamilen sahen auch hinter anderen politischen Maßnahmen, die von der singhalesisch-buddhistischen Vorherrschaft motiviert waren, das Ziel, die Existenzmöglichkeiten der Eelam-Tamilen auf der Insel mit anderen Mitteln zu beseitigen – wie z. B. die Vereinheitlichung der Universitäten. Die singhalesisch-buddhistische Vorherrschaft betrachtet uns nicht als ein Volk Sri Lankas.
Als unser Volk und unsere politischen Führer, die friedlich gegen den singhalesischen genozid-verübenden Staat gekämpft hatten, durch die Terroranschläge des singhalesischen Staates massakriert und unterdrückt wurden, kamen viele junge Menschen zu dem Schluss, dass die Tamilen nur noch überleben können, wenn sie selbst auch bewaffnet sind.
Meine erste Erinnerung an solche Angriffe war, als ich 8 Jahre alt war, als singhalesische Banden Tamilen in Colombo massakrierten und in anderen Teilen des Landes Tamilen auf der Straße verbrannten. Wir haben es in den Nachrichten gesehen und in unserem Dorf sprachen diese Ereignisse sich schnell herum.
Ich erinnere mich auch daran, als ich 10 Jahre alt war, dass mein Schwager, der während der militärischen Belagerung in Sithankerny lebte, und mein Cousin, der in Sanganai lebte, verhaftet und in dem bekannten Konzentrationslager Boosa inhaftiert wurden.
Ich war auch persönlich Zeuge zahlreicher Angriffe, vor allem durch indische Streitkräfte und paramilitärische Gruppen, die meine Familie und ich oft nur knapp überlebten.
Indien hatte die Eelam-Tamilen anfangs unterstützt, indem es gegen einige der schwerwiegenden Angriffe der srilankischen Regierung auf die Eelam-Tamilen intervenierte und den tamilischen Eelam-Kämpfern einen sicheren Zufluchtsort in Tamil Nadu bot. Im Jahr 1987 war ich 12 Jahre alt. Die indische Armee kam im Rahmen des Abkommens zwischen Sri Lanka und Indien auf unseren Boden. Viele Eelam-Tamilen begrüßten sie und dachten, das würde Frieden bringen. Doch die indische Armee gab die Waffen an ihre Untergruppen (paramilitärische Gruppen) EPRLF und ENDLF und wandte diese gegen die Eelam-Tamilen, um sie kontrollieren zu können.
Viele meiner Verwandten und andere unschuldige Menschen haben bei den Angriffen der indischen Armee oder ihrer paramilitärischen Gruppen ihr Leben und ihr Eigentum verloren. Darüber hinaus wurde tamilisches Land enteignet, Frauen wurden entführt und vergewaltigt, Kinder und Jugendliche zu Tode gehackt und unschuldige Menschen durch Bomben und Artillerieangriffe getötet.
Drei meiner Bekannten, die bei einem Artillerieangriff der indischen Truppen verletzt wurden, wurden in das Krankenhaus von Jaffna gebracht. Das Auto, in dem sie transportiert wurden, wurde vor dem Krankenhaus in Brand gesetzt und sie wurden getötet.
Jeden Tag, wenn wir zur Schule gingen, sahen wir die Leichen von Menschen, die auf der Straße erschossen und erstochen worden waren. Während der indischen Militärbesetzung durften Frauen nicht allein zu Hause schlafen, und niemand durfte nach 17 Uhr das Haus verlassen.
Die indische Armee folterte die Menschen in den Häusern, verhaftete sie und brachte sie in Lager, von denen viele getötet wurden und sehr viele noch immer vermisst werden. Viele wurden bei ihren Angriffen verwundet und verstümmelt.
Die von der Regierung Sri Lankas und der indischen Regierung unterstützten paramilitärischen Kräfte, verhafteten und zwangsrekrutierten viele Kinder und Erwachsene, unabhängig von ihrem Alter. Ich bin mehrmals nur knapp entkommen.
Einmal schnappten die indischen Paramilitärs, die ENDLF, junge Leute, als ich auf der Straße auf dem Weg zum Markt war. Sie wurden zwangrekrutiert.
Der Onkel eines Freundes von mir wurde entführt und ermordet, mein Freund selbst lebt jetzt auch in Deutschland.
Wenn die paramilitärischen Kräfte auf die Straße gingen und die Leute erschossen, konnte niemand Augenzeuge sein, denn sie würden auch dich erschießen. Einige meiner Nachbarn, die Zeugen von Gräueltaten der paramilitärischen Kräfte waren, wurden später getötet.
Ich wusste von vielen Dingen, die passiert waren und von denen wir später in der Gemeinde hörten.
Solche Gräueltaten gegen das tamilische Volk haben uns als Schulkinder schwer getroffen. Schon in diesem Alter sahen wir nur noch die eine Möglichkeit: zu den Waffen zu greifen und selbst gegen diese Kräfte zu kämpfen. Wir glaubten auch an die L _ _ E als unseren Beschützer, und das war tief in uns verwurzelt.
Ab den späten achtziger Jahren sprang die L _ _ E ein, um die Lücken zu füllen, die durch die Nichtexistenz des srilankischen Staates entstanden waren. Denn der sri-lankische Staat hat die tamilischen Gebiete systematisch vernachlässigt, und die Menschen verarmten und hatten kaum eine Versorgung. Sie bemühten sich nach Kräften, uns in unseren Grundbedürfnissen zu versorgen. Sie richteten zum Beispiel Nachhilfeunterricht für Kinder in den Dörfern ein, und in jedem Dorf wurde ein mobiler medizinischer Dienst eingerichtet. Meine Schwester nahm an einem solchen medizinischen Dienst teil. Dies war sehr notwendig, da es in Sri Lanka keine staatlichen Stellen gab, die Menschen helfen konnten, die bei Angriffen der Armee oder der Paramilitärs verletzt worden waren. Da die Gerichte nicht funktionierten, bildeten sie einen Schlichtungsrat, um die Probleme in den Dörfern zu lösen.
1990 kehrte die indische Armee nach Indien zurück, und die L _ _ E übernahm die Kontrolle über einen großen Teil des Gebiets von Tamil Eelam. Daraufhin verhängte die Regierung eine Blockade über diese Gebiete, die nur bestimmte Waren zuließ. Doch abgesehen davon, dass es keinen Strom gab, konnten wir uns mit Lebensmitteln versorgen, Geld verdienen und waren im Allgemeinen glücklich ohne vorher erlebten Einschüchterungen, Vergewaltigungen oder Tötungen.
Mit der Unterstützung des Volkes wuchs die L _ _ E, und auch der Befreiungskampf von Tamil Eelam wuchs. In dieser Zeit richteten sie zum Beispiel ihr eigenes Gerichtssystem ein, und man hatte das Recht, L _ _ E-Mitglieder vor Gericht zu stellen, wenn sie die Rechte der Menschen verletzten.
Abgesehen von der Blockade begann die Regierung aber auch, von der L _ _ E kontrollierte Gebiete anzugreifen. Nach dem Abzug der indischen Armee begann der srilankische Staatsterrorismus, die Tamilen zu bombardieren, indem er der Welt vorgaukelte, er würde die L _ _ E angreifen, doch in Wirklichkeit waren es die Zivilisten, die getötet wurden. Diese Situation brachte die Zivilbevölkerung und die L _ _ E einander noch näher.
Während der größte Teil von Jaffna unter der Kontrolle der L _ _ E stand, hatte die Armee Sri Lankas einen Stützpunkt in Palaly und auch den Stützpunkt Jaffna Fort, von dem aus sie Artillerieangriffe durchführte, wobei unser Haus in ihrer Reichweite lag. Ich musste viele Male wegen der Angriffe der Armee umziehen. Das geschah mehr als 4- oder 5-mal im Jahr. Ich konnte zum Beispiel nicht mehr in dieselbe Schule gehen.
Viele, die ihre Angehörigen bei diesen Angriffen verloren hatten, schlossen sich dem Kampf an. Auch viele meiner Freunde schlossen sich dem Kampf an. Die Entscheidung lautete: Kampf oder Flucht. In diesem Zusammenhang beschlossen meine Eltern, mich von meinem Zuhause in Jaffna wegzuschicken. Ich wollte nicht gehen, aber es war ihre Entscheidung.
Das hatte zur Folge, dass ich 1990 im Alter von 15 Jahren von meiner Familie getrennt leben musste. Schließlich erreichte ich mit 18 Jahren Deutschland und beantragte Ende 1994 politisches Asyl. Es war ein sehr schwieriger Übergang von einem Kind, das in der Welt aufgewachsen war, umgeben von meiner tamilisch sprechenden Familie, zu einem Leben allein in Deutschland.
Nachdem ich ins Ausland gekommen war, stand ich in ständigem Kontakt mit meiner Familie und der Situation zu Hause.
1995 eskalierte der Krieg mit Unterstützung der britischen und US-amerikanischen Streitkräfte, die sehr eng mit den srilankischen Streitkräften zusammenarbeiteten. Um 1995 stuften die US-Behörden die L _ _ E als terroristische Vereinigung ein und begannen mit der Ausbildung der srilankischen Streitkräfte auf der Insel.
Nachdem die L _ _ E 1995/1996 aus Jaffna vertrieben worden war, wurde meine Familie nach Thenmaradchi umgesiedelt. Die srilankische Armee übernahm Jaffna und unterstützte Banden und Paramilitärs, die die Städte beherrschten, an Türen klopften und Geld verlangten, Drogen verkauften und andere Dinge taten, die das soziale Gefüge beschädigten.
Trotz dieses erneuten Angriffs, den Präsidentin Chandrika Kumaratunga als “Krieg für den Frieden” bezeichnete, gelang es der Regierung nicht, die Tiger zu besiegen. Doch sie verübten bei ihren Versuchen, dies zu erreichen, zahlreiche Gräueltaten an der tamilischen Bevölkerung.
Vor dem Hintergrund einer militärischen Pattsituation erklärte die EU im Jahr 2000, dass sie einen Friedensprozess zwischen der L _ _ E und der Regierung Sri Lankas mit dem Ziel einer Verhandlungslösung nachdrücklich unterstütze.
Dies war für uns von großer Bedeutung, da die EU nie zuvor eine solche Position eingenommen hatte, die sich von der der USA und des Vereinigten Königreichs unterschied. Die EU unterstützte den Frieden auf dem Verhandlungsweg und stellte sich damit gegen die US-Politik einer militärischen Lösung.
Die Eelam-Tamilen waren sehr zuversichtlich, dass es zu einem dauerhaften Frieden kommen würde. Ich habe zu 100 % daran geglaubt, dass es nach dem Beginn des Friedensprozesses einen dauerhaften Frieden in meinem Heimatland geben würde.
Die Unterstützung der EU und Deutschlands war einer der Gründe, warum ich meine Überzeugungen entwickelt hatte. Zum Beispiel, als der EU-Kommissar nach Kilinochchi reiste, um den L _ _ E-Führer Prabhakaran zu treffen, und viele L _ _ E-Führer auch nach Europa kamen. Nach dem Tsunami in Asien unterstützte die EU ein gemeinsames Komitee der L _ _ E und der sri-lankischen Regierung für Hilfsausgaben (sogenannte PTOMS) mit beträchtlichen Summen, um den Wiederaufbau des Landes für alle betroffenen Gemeinschaften zu unterstützen.
Es war deutlich, dass Deutschland ein wichtiger Unterstützer des Friedensprozesses war. Deutsche Beamte und Minister trafen sich mit der L _ _ E und L _ _ E-Organisationen und politischen Parteien, die die L _ _ E unterstützten. Die L _ _ E kam mehrmals nach Deutschland, unter anderem zu einer Verhandlungsrunde mit der srilankischen Regierung in Berlin, und die deutsche Regierung unterstützte dies. Wir in der tamilischen Eelam-Gemeinschaft in Deutschland konnten auch mit den L _ _ E-Führern zusammentreffen, wenn sie hier zu Gemeinschaftsveranstaltungen kamen. Diese Maßnahmen Deutschlands trugen dazu bei, die defacto-Realität auf der Insel zu normalisieren, und ließen uns glauben, dass ein dauerhafter Frieden bald erreicht sein würde.
In dieser Zeit sammelten wir auch viel Geld für die L _ _ E-kontrollierten Gebiete und die deutsche Regierung half ebenfalls in der Entwicklung dieser Gebiete.
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Der Friedensprozess hatte viele positive Ergebnisse: Die Blockade der von den L _ _ E kontrollierten tamilischen Gebiete wurde aufgehoben, und auch in anderen Gebieten hatte die L _ _ E einen positiven Einfluss, z. B. als der politische Flügel der L _ _ E nach 2002 auf die Halbinsel Jaffna kam und half, die von Banden und Paramilitärs verursachten sozialen Probleme zu lösen.
Ich war sehr dankbar, dass Deutschland, dasselbe Land, das mir Zuflucht gewährte, mir ein Leben ermöglichte und mir meine Rechte garantierte, von nun an auch meine Familie und die Rechte der Menschen meiner ersten Heimat unterstützte.
Der Friedensprozess hatte auch konkrete positive Ergebnisse für die Eelam-Tamilen in ihrem Heimatland: Die Gewalt gegen die Eelam-Tamilen ging stark zurück, und die wirtschaftliche Lage verbesserte sich erheblich, da die Blockade der von der L _ _ E kontrollierten Gebiete durch die srilankische Regierung aufgehoben wurde und internationale Hilfe und Unterstützung eintreffen konnte.
Am stolzesten sind wir auf die gesellschaftlichen Veränderungen, die während des Friedensprozesses im Vanni stattgefunden haben. Nachdem die militärischen Feindseligkeiten eingestellt wurden, konnten unsere engagierten Kämpfer ihre Energie in soziale Belange stecken. Die tamilischen Frauen, die Opfer der als Kriegswaffe eingesetzten Vergewaltigungen durch die srilankische Armee geworden waren und sich erhoben hatten, um den Feind zu bekämpfen, veränderten rasch die Stellung der Frauen in der Gesellschaft. Die Unterdrückung durch das Kastensystem wurde weiter eingedämmt.
Der Krieg hatte sehr viele Menschen Behinderungen hervorgebracht. Die Gesellschaft im Vanni ehrte sie, und während des Friedens wurden viele konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lage aller Behinderten ergriffen.
Der Friedensprozess führte auch zu positiven Veränderungen in anderen Bereichen, die nicht unter der direkten Kontrolle der L _ _ E standen, z. B. als der politische Flügel der L _ _ E auf die von der srilankischen Armee kontrollierten Halbinsel Jaffna vordrang, und dazu beitrug, die von Banden und Paramilitärs verursachten sozialen Probleme zu lösen.
Die Zeit des Friedensprozesses versprach viel sozialen Fortschritt, doch die Kriminalisierung der Tiger und der darauffolgende Krieg machten all dies zunichte.
Als die britische Präsidentschaft Ende 2005 ein Einreiseverbot für die L _ _ E verhängte, demonstrierte ich in Brüssel zusammen mit mehreren Tausend anderen tamilischen Flüchtlingen und forderte die EU auf, die L _ _ E nicht zu verbieten. Wir sagten, dass dies den rassistischen Kräften in Sri Lanka und dem Militär einen Grund geben würde, den Krieg wieder aufzunehmen.
Doch dann, im Mai 2006, verhängte die EU das Verbot gegen die L _ _ E. Das war ein verheerender Schlag für unsere Hoffnungen.
Wir alle waren schockiert über die Entscheidung der EU, die L _ _ E als terroristische Organisation einzustufen. Wir erfuhren, dass dies darauf zurückzuführen war, dass die EU von den USA und dem Vereinigten Königreich stark unter Druck gesetzt worden war, und dass es sich nicht um eine Entscheidung im Interesse der EU oder des Friedens oder der Gerechtigkeit handelte, sondern um eine politische Entscheidung, mit der die USA ihre Interessen auf dieser geopolitisch strategisch wichtigen Insel durchsetzen wollten.
Kurz nach dieser Entscheidung begann der Krieg, wie von vielen, die am Friedensprozess beteiligt waren, vorhergesagt.
Ab diesem Zeitpunkt häuften sich die Gräueltaten gegen die Eelam-Tamilen und gipfelten 2009 in den Massentötungen im Vanni.
Tag für Tag konnten wir diese Gräueltaten auf Videos sehen und mitverfolgen, die aus dem Vanni gesendet wurden. Aber nur wir schienen sie zu sehen, denn niemand auf der Welt schien sich dafür zu interessieren, obwohl es weltweit große Demonstrationen von Tamilen dagegen gab.
Selbst als die Regierung Sri Lankas begann, die von ihr selbst ausgerufenen “Waffenstillstandszonen” zu bombardieren, erklärten die USA und das Vereinigte Königreich, die L _ _ E seien Terroristen und die Regierung führe einen legitimen Krieg.
Heute sind die L _ _ E und zahlreiche tamilische Zivilisten ausgelöscht worden. Der Rest der Tamilen wird von dem singhalesischen völkermörderischen Staat wie Sklaven behandelt. Die Tränen der Eltern fließen wegen der vielen tamilischen Jugendlichen, die von der singhalesischen Regierung gewaltsam verschwinden gelassen wurden.
Ich unterstütze das tamilische Volk von Eelam weiterhin durch einige Projekte, aber die zukünftige Existenz der Tamilen von Eelam als Gruppe auf der Insel wird verschwinden, wenn Länder wie Deutschland ihre Politik nicht ändern.
Nun stehe ich aufgrund dieses Kriminalisierungsprozesses der L _ _ E vor diesem Gericht, wohl wissend, welche verheerenden Folgen dies hatte.
Aus diesem Grund kann ich nicht akzeptieren, dass ich ein Verbrechen begangen habe. Das hieße, zu akzeptieren, dass die Tamilen keine Rechte haben. Dass es legitim war, auf Basis dieser Kriminalisierung den Vernichtungskrieg zu beginnen und brutal fortzusetzen.
Wir wissen, dass das Verbot der L _ _ E durch der EU nicht durch die Überzeugungen der EU selbst kam. Deshalb hoffe ich, dass Deutschland eine andere friedenspolitische Position finden kann, die sich für die Grundrechte der Menschen, gegen Rassismus und gegen aggressiven Krieg und Unterdrückung einsetzt.
Wenn die Kriminalisierung durch die EU nicht stattgefunden hätte, wären die Zehntausenden von Eelam-Tamilen, die 2009 massakriert wurden, noch am Leben, und es gäbe Frieden auf der Insel und Freiheit nicht nur für die Eelam-Tamilen, sondern für alle Gemeinschaften auf der Insel. Selbst die derzeitige Wirtschaftskrise auf der Insel hat ihre tiefen Wurzeln in dieser Entscheidung der EU, den Frieden aufzugeben.
Das Gericht hat die Möglichkeit, in diesem Fall das Richtige zu tun. Und ich hoffe, dass die Beweise in Bezug auf das EU-Verbot und die die Verfolgung der Eelam-Tamilen wie mir durch das Gericht oder den deutschen Staat dieses Mal nicht übergangen werden, wie es bei den ersten Prozessen gegen die Eelam-Tamilen der Fall war.
Ich hoffe, dass meine Erklärung hier vor Gericht dazu beiträgt, den Grundstein für Gerechtigkeit, ein friedliches Leben und die Möglichkeit für die Eelam-Tamilen zu legen, ihre Zukunft selbst zu bestimmen, und dass Europa in diesen Zeiten eine Kraft für Gerechtigkeit und Frieden und nicht für Krieg sein wird.